Die Ehe in der Zerreissprobe

 

1. Einleitende Gedanken

Wir leben in einer stark individualistischen Zeit. Jeder sucht das Leben möglichst so zu gestalten, dass es ihm viel Freude bereitet. Wenn wir heiraten, ist der andere eigentlich dazu da, unser Leben noch schöner und unbeschwerter zu machen. Diese unausgesprochene Erwartung überfordert eine jede Ehe.

 

2. Problembereiche in der Ehe

Im Zusammenleben in der Ehe kommt es immer und immer wieder zu gegenseitigen Verletzungen. Hauptgründe sind die Wesensverschiedenheit und die verschiedenen Schwerpunkte, die in der Erziehung gesetzt wurden.

 

Wesensverschiedenheit:

  • Es kann sein, dass ein Ehepartner gern Besuch hat. Überhaupt liebt er es, wenn etwas läuft.  
  • Der andere wünscht mit dem Ehepartner möglichst allein zu sein. Er hat gern seine Ruhe. Zuviel Besuch stört ihn.

 

Verschiedene Schwerpunkte in der Erziehung:

  • Es gab in der Erziehung Dinge, die den Eltern ganz besonders wichtig waren. Dies ist aber in jeder Familie anders. Man merkt plötzlich, dass der Ehepartner bestimmte Dinge, die uns sehr wichtig sind, als unwichtig zur Seite schiebt. Das tut uns weh.

 

Ein weiterer Grund, warum es in einer Ehe zu Problemen kommt, ist der Umgang mit dem Geld. Einige Eheberater meinen, dass der Umgang mit dem Geld einer der Hauptgründe für eheliche Streitigkeiten ist.

  • Die Ehepartner beschuldigen sich gegenseitig, wenn das Geld nicht bis zum Monatsende reicht.
  • Wenn Schulden entstehen, wirft man sich gegenseitig vor, unnötige Dinge angeschafft zuhaben.
  • Jeder ist zutiefst davon überzeugt, dass der andere zu wenig Sorge trägt zum Geld. Streitigkeiten über das Geld können gegenseitig zu tiefen Verletzungen führen.

 

Viele empfinden die Ehe als einen Ort der Einengung und der Langeweile. In vielen Ehen ist es so, dass der Mann und die Frau sich nichts mehr zu sagen haben. Sie reden nur noch über sachliche Dinge. Das, was die Frau oder den Mann innerlich bewegt, kommt überhaupt nicht mehr zur Sprache. Dies führt bei beiden Ehepartnern zur Vereinsamung. Beide fühlen sich vom anderen nichtmehr ernst genommen. Daraus erwächst eine innere Auflehnung gegen den anderen. Der ist ja schuld, dass die Ehe so mühsam und leer geworden ist. Beide leben sich immer mehr auseinander, da sie sich die Ehe ganz anders vorgestellt haben.

 

Diese innere Entfremdung kann soweit führen, dass man sich gegenseitig ganz bewusst mit Worten verletzt.

 

Es kann zu Problemen im sexuellen Bereich kommen. 

Probleme in der Ehe führen sehr oft zu Problemen im sexuellen Bereich. Es fehlt auf beiden Seiten die Freude an der sexuellen Begegnung. Dazu kommt, dass der sexuelle Bereich oft dazu benutzt wird, um dem anderen die ungenügende Zuwendung heimzuzahlen. Viele, vor allem Männer, suchen die Probleme im sexuellen Bereich mit Hilfe der persönlichen Lustbefriedigung abzureagieren. Sie schauen sich entsprechende Fernsehfilme und DVDs an und beschäftigen sich mit Pornoseiten im Internet. Dies wiederum weckt bei den Frauen eine grosse Enttäuschung.

 

Wenn ein Ehepartner körperlich oder seelisch krank ist, kann dies ebenfalls zu grossen Problemen führen.

Der kranke oder psychisch leidende Ehepartner muss immer umsorgt werden. Es ist nichtmehr möglich, etwas gemeinsam zu unternehmen. Ständig sind grosse Begrenzungen da. Dies erfordert vom gesunden Ehepartner viel Rücksicht. Manchmal fühlt er sich aber überfordert. Er empfindet innerlich eine Ablehnung gegen die ihn belastende Situation.

 

Wie können wir mit diesen Problemfeldern umgehen, so dass die Ehe nicht zerbricht?

  • Welche Schwierigkeiten unsere Ehe auch belasten mögen, bleiben wir doch grundsätzlich unserem Ehepartner treu.
  • Wir suchen ganz bewusst das Gespräch mit unserem Ehepartner, indem wir Interesse an dem zeigen, was ihn beschäftigt. Nicht der andere muss sich in der Ehe zuerst mir zuwenden, sondern ich wende mich dem anderen zu. Erwartungen an den anderen bringen uns nicht weiter.
  • Auf beiden Seiten braucht es die Bereitschaft, sich zu entschuldigen und zu vergeben aber auch, sich zu verändern. Dies ist nur mit Hilfe des innewohnenden Jesus Christus möglich (Kol 3,13.14.16).
  • Wir suchen bewusst auch das Gebet miteinander und beten füreinander.

 

3. Probleme im Blick auf die Erziehung der Kinder

Oft haben Väter und Mütter Mühe in der Erziehung der Kinder am gleichen Strick zu ziehen.

  • Mütter haben oft den Eindruck, die Väter würden durch ihre harte und strenge Art den Kindern überhaupt nicht gerecht. Sie stellen sich deshalb oft nach bestimmten Anweisungen des Vaters auf die Seite der Kinder.
  • Der Vater seinerseits hat den Eindruck, die Mutter sei einfach zu wenig streng. Sie lässt vieles durchgehen, das so in seinen Augen nicht richtig ist. Er kann es deshalb nicht verkneifen, dies vor den Kindern der Mutter vorzuwerfen.

Im Blick auf die Kindererziehung kommt es zwischen den Eltern oft zu einem heftigen Schlagabtausch. Dies kann zu grossen inneren Verletzungen führen und erschwert so eine gute Erziehung der Kinder. Die Väter überlassen oft die Erziehung der Kinder in unverantwortlicher Weise den Müttern. Dies kann zu einer Überforderung der Mütter führen. Innerlich aufgebracht fordern sie deshalb die Väter auf, ihnen endlich bei der Erziehung zu helfen. Diese harte und herausfordernde Aufforderung führt bei den Männern nur zu einem noch stärkeren Rückzug. Sie schreien ihre Frauen nur an oder laufen ihnen einfach davon.

 

Es gibt auch Kinder, die ganz besondere Probleme in der Schule haben.

  • Es kann sein, dass ein Kind mit einer Lehrerin oder einem Lehrer grosse Mühe hat. Es geht nur mit einem grossen inneren Widerwillen zur Schule.
  • Es gibt Kinder, die sich nicht in die Schulklasse integrieren können, da sie sich nicht an-genommen fühlen. 
  • Ganz schwierig ist es, wenn ein Kind mit Mitschülern befreundet ist, die einen negativen Einfluss auf sein Leben haben.

Gerade solche Probleme können zu einer besonderen Belastungsprobe für die Ehe werden. Die Mutter hat oft zu Recht den Eindruck, der Vater sollte sich vermehrt um solch schwierige Situationen kümmern und in dieser Sache etwas unternehmen. Der Vater fühlt sich aber oftmals überfordert. Statt dass man gemeinsam diese Probleme angehen würde, macht man sich gegenseitig Vorwürfe.

 

Wie kann man diese Probleme angehen?

  • In all diesen Problemen mit Kindern haben wir im Auge zu behalten, dass Kinder immer eine gute Gabe Gottes an uns Menschen sind. Gott hat sie uns anvertraut.
  • Vater und Mutter haben sich zu entscheiden, ihre Kinder gemeinsam erziehen zu wollen. Damit dies möglich ist, braucht es immer wieder das gemeinsame Gespräch über die Kinder. Wichtig ist, dass der Vater lernt hinter den Erziehungsanweisungen der Mutter zu stehen und umgekehrt (Eph 6,4).
  • Wichtig ist weiter, dass die Eltern für die Kinder beten und sich bewusst machen, welches die eigentlichen Ziele ihrer Erziehung sein sollten, und mit Hilfe welcher Erziehungsprinzipien diese Ziele erreicht werden können.

Der Besuch eines Erziehungsseminars könnte hier sehr hilfreich sein.

 

4. Äussere Gegebenheiten, die das Eheleben erschweren

Die Berufstätigkeit des Vaters und die Teilbeschäftigung der Mutter wirken sich oft belastend auf das Eheleben aus. Beide sind oft sehr müde und erwarten einfach vom anderen mehr Verständnis und mehr Unterstützung. Beide sind oft vom anderen Ehepartner, der scheinbar nur für sich schaut, zutiefst enttäuscht.

 

Dazu kommen noch die Gestaltung der Freizeit. Einige Väter, aber auch Mütter, verbringen unnötig viel Zeit vor dem Fernseher oder im Internet, die ihnen dann für das persönliche Gespräch und vieles Andere fehlt. Oft haben Väter auch ein Hobby, das ihre Freizeit stark ausfüllt. Die Mutter fühlt sich ständig allein gelassen.

 

Wie können wir trotz der äusseren Gegebenheiten eine schöne Ehe führen?

  • Zumindest einmal in der Woche sollten wir als Ehepaar über alles austauschen, was uns bewegt (Gal 6,2). Wichtig ist, dass wir uns gegenseitig ernst nehmen. Wenn dies der Fall ist, können wir nämlich auch bereden, was in unserer Ehe geändert werden müsste.
  • Weiter können wir den äusseren Einflüssen dann in rechter Weise begegnen, wenn wir als Ehepaar ein klares, gemeinsames Ziel haben. Dieses Ziel hilft uns alles in rechter Weise einordnen zu können.

Wenn wir die Bibel ernst nehmen, ist unser gemeinsames Ziel die Mithilfe beim Bau der Gemeinde.

(Dieser Text stammt aus einem Vortrag vom 23. November 2005 in der FEG Aarau  von Armin Mauerhofer - Lehrer, Theologe, Pfarrer, Professor für praktische Theologie)

 

Anmerkung

Wie aus dem Artikel ersichtlich ist, sind die Gründe für Stress und Konflikte in einer Ehe vielfältig und gleichzeitig ist die Sehnsucht der Menschen nach einer harmonischen und gelingenden Beziehung zu meinem Gegenüber sehr hoch, das belegen verschiede Untersuchungen. 

 

Dennoch gehen viele Menschen unvorbereitet in eine Ehe. Empfehlenswert wäre z.B. einen Ehevorbereitungskurs zu absolvieren um zu wissen, wie Ehe von unserem Gott und Schöpfer aus überhaupt gedacht ist. Was für Aufgaben haben Mann und Frau in einer Ehe zu erfüllen? Kenne ich die Gebrauchsanleitung für die Ehe nicht, darf ich mich nicht wundern, wenn die Ehe scheitert.

 

Auch die Gründung einer Familie wird oft ohne größere Planung vollzogen. Auch hier wäre es sinnvoll, schon frühzeitig eine Ehe- und Familienberatung zu nutzen, um viele Fehler zu vermeiden.  

 

Was die Stress-/und Konfliktbewältigung bei Ehen-/Familien und Paaren betrifft, können diese in einer Ehe-/Paarberatung bewusst gemacht und dann gelöst werden. Die Kommunikation kann durch eine dritte Person wieder in Gang gebracht werden. Dabei können auch Streitigkeiten thematisiert werden, die in einem Zweiergespräch nicht gelöst werden können.

 

Aus unserer eigenen Erfahrungen heraus ist es sehr wichtig, Eheprobleme offensiv anzugehen. Je früher eine Beratung in Anspruch genommen wird, desto besser ist es. Viele Menschen scheuen sich jedoch vor diesem Schritt. Insbesondere Männer lehnen eine Beratung aus falsch verstandener Eitelkeit ab oder schieben oft auch finanzielle Gründe vor.

 

Der finanzielle Schaden bei einer Trennung ist erheblich höher. Was jedoch den seelischen Schaden betrifft sind diese, nicht nur bei den Partnern sondern insbesondere auch bei den Trennungskindern, oftmals lange Zeit nicht erkennbar. Diese wirken sich im Laufe ihres Lebens in verschiedenster Weise aus. Die Ehe/-oder Partnerkrise wurde nicht gelöst sondern nur verdrängt, wodurch  zusätzliche Krisenfaktoren geschaffen werden, die irgendwie und irgendwann wieder im Leben  zum Vorschein kommen um gelöst zu werden.

Dieser Kreislauf lässt sich nur durchbrechen, wenn du die Gebrauchsanleitung für die Ehe, als auch allgemein wie Beziehungen funktionieren, kennst und anwendest.   

 

HERZLICH(S)T

Klaus und Dagmar

 

 

 

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Die Autoren

Klaus und Dagmar Mehler betrachten sich als Wegbegleiter in ein neues BEWUSST-SEIN. Es ist der Wandel vom MENSCHLICHEN Bewusstsein zum GEISTLICHEN Bewusstsein.

Sie tragen mit Ihren blog-Artikeln zur Aufklärung bei und unterstützen mit Ihren Coachings, Seminaren und Vorträgen, Einelpersonen, Paare und Familien in Sachen Konfliktmanagement.

Sie bringen somit geistliches Leben in den menschlichen Alltag. 

Zusätzlich bieten Sie kostenlose Glaubensgespräche an. Diese werden vor oder nach den Coaching gerne in Anspruch genommen. 

 

Durch Ihren starken Glauben an Gottes Wahrheit, wurden Ihnen über die Jahre auch die Irrwege der Menschheit durch Gott Offenbart, um so zukünftig die Belange Ihrer Klienten verstehen zu können und die Fähigkeit zu besitzen diese auch dort abzuholen wo sie gerade stehen. In diesem Zusammenhang haben Sie auch ein Glaubensbekenntnis am 21.02.2015 abgegeben.

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