Die falsch verstandene Selbstliebe und die Folgen für unsere Gesellschaft

Spieglein, Spieglein an der Wand ich bin die schönste, tollste, selbstverliebteste, selbstbewussteste Frau in diesem Land
Spieglein, Spieglein an der Wand ich bin die schönste, tollste, selbstverliebteste, selbstbewussteste Frau in diesem Land

 

In der heutigen Gesellschaft wird die verführerische Botschaft von der Selbstliebe überall ausgebreitet, unterstützt durch Bücher, Seminare und Coaching. Heute hört man immer öfter: "Liebe dich selbst! Du kannst die anderen nur so weit lieben, wie du dich selbst liebst!"

 

Man redet von der Wichtigkeit der Selbstannahme und der Selbstverwirklichung, rät den Menschen, sie sollten sich jeden Tag im Spiegel anschauen und sich sagen, wie toll sie wären.

 

Das Humanistische Weltbild vermittelt uns:

  •  Zuerst musst du dich selber lieben, damit du…
  •  zweitens andere lieben kannst und…
  • im anderen liebst du Gott 

 

Wohin uns dieses Ego-Zentrierte Denkweise hingeführt hat, sehen wir in allen Bereichen auf Erden. Die uns umgebende Welt ist zunehmend durch Gesetzlosigkeit gekennzeichnet: Jeder tut, was recht ist in seinen Augen. Das Ergebnis ist – trotz Kultur, Bildung und Gesetzgebung –, dass „das System Welt“ auseinanderbricht und dass in der Gesellschaft und den Nationen ein Werteverfall zu verzeichnen ist.     

 

Sehen wir uns den genauen Wortlaut zum Thema Liebe dazu in der Bibel, aus der die Botschaft stammt, einmal genauer an: "Du sollst deinen nächsten lieben wie dich selbst!"  (Markus 12,31)

 

Dort steht NICHT du sollst dich selbst lieben! Sondern es heißt, liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.

►Es ist ein Gebot zur Nächstenliebe und gerade kein Gebot zur Selbstliebe.

 

Gott (Jesus) weiß, dass wir Menschen ohnehin sehr dazu neigen, uns selbst zu lieben. Es ist ein typischer Wesenszug der Menschen, sich selbst zu lieben. Die Menschen denken bevorzugt über sich selbst und über die Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse nach. Jeder Mensch ist sich selbst der nächste.

 

Die Selbstliebe muss also nicht geboten werden, sondern sie steckt in jedem Menschen drin.

 

Die Lehre der Heiligen Schrift (Bibel) ist eindeutig und widerspricht jeder Idee von Selbstliebe. Lukas 9,23-24: „Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten.“

 

Frank Binford Hole (1874–1964) war Evangelist, Lehrer, Schriftsteller und Verleger sagte einmal sehr treffend: "Diejenigen, die viel an Christus denken, denken wenig an sich selbst, während solche, die wenig an Christus denken, viel an sich selbst denken."  

 

Im NT 1. Johannes 4,10 + 19 steht: Liebe zu Gott und dem Nächsten entsteht nicht durch Selbstliebe, sondern beides kommt von Gott!

 

Die biblische und somit wahrhaftige Reihenfolge lautet also:

1. Gott liebt den Menschen.

2. Wenn der Mensch Gottes Liebe erkennt und annimmt, kann er Gott wiederlieben.

3. Durch Gottes Liebe wird der Mensch fähig, auch andere Menschen zu lieben.

 

Daraus ergibt sich ein Ineinander von Gottes-, Selbst- und Nächstenliebe, dessen Ursprung in der Liebe Gottes als Quelle jeglicher Liebe liegt. Liebe ist zuallererst Gabe, bevor sie vom Menschen als Aufgabe angenommen werden kann. Durch die liebende Zuwendung Gottes wird die Annahme des Selbst in wahrer Selbstliebe ermöglicht. Der Mensch versteht sich aus dem heraus, der über ihm steht, aus dem, welcher dem Menschen sich selbst gegeben und den Menschen in Liebe angenommen hat – Gott.

 

Aus dieser Perspektive und diesem Rückhalt in der Liebe Gottes heraus stellt sich der Mensch seinem Dasein, indem er sich selbst objektiv betrachtet und das Erkannte akzeptiert. Das eigene Selbst wird als wesentlich und wichtig wahr und angenommen. Die so ermöglichte Annahme des eigenen Seins umfasst das ganze Sein, seine Individualität mit allen Möglichkeiten und Fähigkeiten, aber auch Fehlern und Schwächen, und kann auf dieser Basis zu Selbstverantwortung und – Veränderung führen.

 

Kann sich der Mensch so in der Gottesliebe selbst annehmen, projiziert er sich nicht mehr narzisstisch auf andere bzw. andere auf das eigene Sein, sondern findet sein wahres Ich in sich selbst. Dadurch gelingt es, Selbstbewusstsein zu entwickeln.

 

Deswegen gab uns der Herr Jesus das neue Gebot, dass wir uns untereinander so lieben sollen, wie er uns geliebt hat (Joh.13,34).

Das ist, wie beschrieben, dann aber keine erlernte, eingeübte, selbstproduzierte Liebe des Menschen, sondern von Gott geschenkte Liebe, die durch den Heiligen Geist in unser Herz ausgegossen ist (Röm.5,5).  

Wie du siehst ist das etwas völlig Anderes als uns das humanistische Weltbild vermitteln will.

 

Dieses Humanistische Weltbild wurde uns bereits vor über 2.000 Jahren in der Bibel, Gottes Wort und Gebrauchsanleitung für unser Leben, vorausgesagt. Wir befinden uns jetzt in der s.g. Endzeit oder auch als Gnadenzeit bezeichnet. Der Wortlaut ist wie folgt und steht im (2. Timotheus 3,1-4 HFA)

 

Zeichen der Endzeit

1 Das eine sollst du noch wissen: In diesen letzten Tagen werden schlimme Zeiten auf uns zukommen.

2 Die Menschen werden nur sich selbst und ihr Geld lieben. Sie werden überheblich und anmaßend sein, Gott verlästern und sich weigern, auf ihre Eltern zu hören. Dank und Ehrfurcht kennen sie nicht.

3 Sie lassen andere im Stich, sind unversöhnlich und verleumden ihre Mitmenschen. Ihr Leben ist ohne Hemmungen, brutal und rücksichtslos. Sie hassen alles Gute,

4 Verräter sind sie, die sich nicht beherrschen können und nur sich selbst für wichtig halten. Nichts als ihr Vergnügen haben sie im Kopf, und Gott ist ihnen völlig gleichgültig.

 

So warnt uns auch Gottes Wort in Hebräer 13,9 HFA: „Darum lasst euch nicht durch alle möglichen Lehren in die Irre führen. Es ist das Größte, wenn jemand seine ganze Hoffnung auf Gottes Gnade setzt und sich durch nichts davon abbringen lässt“.

 

Und wenn der Mensch doch einmal Gott in seine ICH oder auch EGO-zentrierte Lebensweise durch ein Gebet mit einbeziehen sollte, so lautet dies so oder so ähnlich: „ICH, MICH, MEINER, MIR oh Herr segne mir die vier“.  

 

Materieller Besitz und die Jagd nach dem Glück

Materieller Besitz, die Jagd nach dem Glück oder die Konzentration auf sich selbst durch die Selbstliebe führt die Menschen nicht dahin, wo sie hin müssen, wo auch ihre Sehnsucht ist.

Die Menschen brauchen in Wirklichkeit eine Verbindung mit Gott und ein Leben, das von Freude, Liebe, Frieden und ähnlichen Segnungen gekennzeichnet ist. Genau das wird vom Herrn Jesus denen gegeben, die ihm und seinem Leben folgen. „Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben“ (Joh 10,10b).

 

Leben in Überfluss ist reich und erfüllt. Es bezieht sich bereits auf die Gegenwart, nicht nur auf die Zukunft.

 

Gerade das Wort „Liebe“ lässt ahnen, dass es nicht darum geht, uns einzuengen, uns zu begrenzen, sondern unser ganzes Vermögen von der Liebe Gottes umfangen zu lassen. Den darin liegenden Impuls und Antrieb für unser Handeln werden wir nie ausschöpfen können.

 

Gott ist ein Gott der Freiheit. Und er achtet natürlich den freien Willen eines jeden Menschen. Es liegt an uns, wie wir uns entscheiden; ob wir Gott glauben oder ob nicht. Wir müssen halt auch bereit sein, die Konsequenz unseres Glaubens zu tragen.

 

Möge Gott dich in deiner Erkenntnis reichlich Segnen.

 

HERZLICH(S)T

Klaus und Dagmar

 

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Die Autoren

Klaus und Dagmar Mehler betrachten sich als Wegbegleiter in ein neues BEWUSST-SEIN. Es ist der Wandel vom MENSCHLICHEN Bewusstsein zum GEISTLICHEN Bewusstsein.

 Sie tragen mit Ihren blog-Artikeln zur Aufklärung bei und unterstützen mit Ihren Coachings, Seminaren und Vorträgen, Einelpersonen, Paare und Familien in Sachen Konfliktmanagement.

Sie bringen somit geistliches Leben in den menschlichen Alltag. 

 Zusätzlich bieten Sie kostenlose Glaubensgespräche an. Diese werden vor oder nach den Coaching gerne in Anspruch genommen. 

 

Durch Ihren starken Glauben an Gottes Wahrheit, wurden Ihnen über die Jahre auch die Irrwege der Menschheit durch Gott Offenbart, um so zukünftig die Belange Ihrer Klienten verstehen zu können und die Fähigkeit zu besitzen diese auch dort abzuholen wo sie gerade stehen. In diesem Zusammenhang haben Sie auch ein Glaubensbekenntnis am 21.02.2015 abgegeben.

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Kommentare: 2
  • #1

    Chrodules (Montag, 07 Mai 2018 12:47)

    Ein Phänomen, was auch in die Gemeinden Einzug gehalten hat. Gestern sprach ich mit einem Bruder. Er hat eine Persönlichkeitsstörung. Er wirkt anders auf andere und benötigt noch viel Heilung. Ich kam mit ihm in der Gemeinde ins Gespräch. Erst war er ganz verschlossen, da er es nicht gewohnt ist, angesprochen zu werden. Eine große Gemeinde, deren Name ich nicht nennen möchte, die meisten wohl darauf bedacht, wie sie sich kleiden und modern herüberkommen. So erzählte mir dieser Bruder: "Die wollen nur unter sich sein, aber weil ich anders bin, reden sie nicht mit mir. Weil ich nicht gut aussehe und man mir meine Krankheit anmerkt. So entspreche ich nicht ihren Vorstellungen."

    Das ist für mich der Inbegriff von der gepredigten Selbstliebe. Wie so oft war dies leider auch Thema der Predigt. Zusammenfassend war der Inhalt: Gott will, dass es Dir gut geht und du das leben genießt.
    Ja, das will Gott wohl, aber dabei wird alles andere unter den Tisch gekehrt, die Wahrheit zurückgehalten. Denn, so hieß es weiter: Wir müssen attraktiv für die Welt sein. Als Vorschlag kam dann: Moderene Räume, moderner Lobpreis, modernes Auftreten. Nun, dagegen ist nichts zu sagen, aber es ist der falsche Fokus. Die Bibel sagt etwas anderes, was unsere 'Attraktivität' für die Verlorenen sein soll. Gottesfurcht, Liebe untereinander, der Dienst am Armen und Verlorenen.

    Sehr guter Artikel, herzlichen Dank.

  • #2

    Klaus Mehler (Dienstag, 08 Mai 2018 09:07)


    Lieber Chrodules,
    DANKE für den wertvollen Beitrag, wo Du die persönlichen Erlebnisse in deiner Gemeinde mit uns teilst. Ja leider hält „das Weltliche“ vermehrt auch in den christlichen Gemeinden Einzug. Sie wollen vor allem "Attraktiv" sein für die Welt.

    Zu viele Menschen in evangelikalen Gemeinden und Bildungseinrichtungen nehmen heute einfach an, dass für bestimmte schwierige Probleme, denen sie begegnen, die Schrift nicht zuständig sei.

    Das eigentliche Problem besteht darin, dass sie der Schrift nicht wirklich ergeben sind. Sie gehören nicht zu denen, die täglich treu das Wort Gottes lesen und es auf sich anwenden.
    Somit fehlt ihnen echtes Unterscheidungsvermögen und biblisches Verständnis.
    Würden sie wahrhaftig die Schrift studieren, würden sie erkennen, dass sie für den Christen die eine wahre Quelle geistlicher Kraft und Weisheit ist.
    Sie verkörpert das allumfassende Hilfsmittel, das Gott uns gegeben hat, damit wir die Probleme des Lebens bewältigen.
    Wenn Christen dieses Hilfsmittel aufgeben, verwundert es nicht, dass sie sich in geistlichen Schwierigkeiten befinden.

    Ein Großteil der Christen erkennen nicht die Notwendigkeit, in der Gemeinde wie auch in ihrem Leben, alles genau so zu tun, wie es der Herr in Seinem Wort geboten hat.
    Sie werden nicht geistlich obwohl sie Gottes Willen verstehen und von ihm bewegt sind.
    Sie lassen zu, dass ihr menschliches Verständnis entscheidet, wie weit man Gott gehorcht und wo man Seine Gebote ändert

    Das Engagement in der Gemeinde oder das Amt der Evangeliumsverkündigung wird leider auch missbraucht zu einer Gelegenheit, nach Macht und Ehre zu streben und nicht mehr ein Leben im Dienst für Gott zu führen.
    Hier ist Begleitende Seelsorge gefordert von wahrhaftigen Christen. Dies bedeutet konkret Beratung oder Schulung in Form von Seelsorgeseminaren, Eheseminaren, Ehevorbereitung oder sonstigen Thementagen.

    HERZLICH(S)T
    Klaus und Dagmar